Der Rote

Buchumschlag: Das Ölschieferskelett
Der Rote
Roman, 544 Seiten
marebuchverlag, Hamburg 2007

Fotos und Links

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Fotos

Cephalopoden gehören zu den höchstentwickelten Tieren unseres Planeten, nur kaum einer kennt sie. Die Auslagen von Fischgeschäften helfen da ebensowenig weiter wie die zumeist traurigen oder versteckten Gestalten, die man in Aquarien finden kann. Schnorchler haben kaum Chancen lebende Kopffüßer zu entdecken und selbst Taucher müssen sehr viel Glück und ein geschultes Auge haben, um die zumeist hervorragend getarnten Tiere ausfindig zu machen. Vielleicht können sie Kraken oder Sepien beobachten, die große Masse der etwa 750 Cephalopodenarten aber bleibt auch ihnen verborgen.

Ich selbst bin kein Unterwasserfotograf (und ich habe mich schon oft über das rücksichtslose Verhalten mancher Taucher geärgert, die, bewaffnet mit riesigen Kameraungetümen, zur Gefahr für Riffbewohner und Mittaucher werden. Tut mir leid, aber ich finde, in den Händen von Menschen, die noch in erster Linie damit beschäftigt ist, zu tarieren und sich stabil im Wasser zu positionieren, haben teure schwere Kameras mit weit ausladenen Blitzgeräten nichts verloren. Sie sollten denen vorbehalten bleiben, die sich auf beides verstehen: Das Tauchen und das Fotografieren.) In vielen hervorragenden Unterwasser-Bildbänden oder Dokumentationen findet man aber einzelne Aufnahmen von Kopffüßern, darunter auch von Tiefseeformen wie Vampyroteuthis. Riesenkalmare und die anderen Giganten wurden nahezu ausschließlich als mehr oder weniger desolat zugerichtete Leichen abgelichtet. Die einzige Ausnahme machen die Aufnahmen von Kubodera und Mori, die auch im Buch erwähnt werden. Sie sind allerdings eher von historischem bzw. dokumentarischem Wert und meilenweit von der Qualität anspruchsvoller Tierfotografie entfernt.

Wer sich einen Überblick über die Formenvielfalt der Cephalopoden verschaffen will, wer wissen will, wie der Peitschenschnurkalmar aussieht, der Hermanns Kühlschrank blockierte, der Histioteuthis, den Ray und Susan bewunderten, oder irgendeine der anderen im Buch erwähnten Arten, muss zu Mark Normans "Tintenfisch-Führer" greifen. Das Layout dieses Buches ist zwar ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, dafür bietet es aber mit über 800 Fotos eine Zusammenstellung, die ihresgleichen sucht, und das zu einem erschwinglichen Preis. Neben Beschreibungen der einzelnen Arten gibt es zahlreiche informative Textbeiträge über spezielle Aspekte der Cephalopodenbiologie, etwa über Biolumineszens, Fortpflanzung, Tiefsee, Riesenkalmare und vieles mehr. Nur eines werden Sie darin vergeblich suchen: Ein Foto von Mesonychoteuthis, dem Kolosskalmar (das finden Sie im Internet, s. unter Links). Trotzdem: Stellen Sie das Buch gleich neben den "Roten" ins Bücherregal.

Übrigens: Der einfachste Weg, in Deutschland einmal einen leibhaftigen Riesenkalmar zu sehen, ist ein Besuch des Meeresmuseums in Stralsund. Dort kann man seit kurzem einen echten Architeuthis bewundern, natürlich hinter Glas und konserviert.

Norman, Mark: Tintenfisch-Führer. Kraken, Argonauten, Sepien, Kalmare, Nautiliden. Weltweit. Jahr Verlag, Hamburg, 2000. (Ein Buch der Zeitschrift Tauchen)

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Links

Für Tintenfisch-Freaks weltweit gibt es eine Webseite, die alles bietet: The Octopus News Magazine Online von Tony Morelli unter der Adresse. http://www.tonmo.com

Hier wird über die Haltungsbedingungen von Kraken diskutiert, über Cephalopoden in Literatur und Film und über jede neue Tentakelsichtung. Wenn in der Welt irgendwo etwas auftaucht, das entfernt an einen großen Kopffüßer erinnert, hier finden Sie entsprechende Hinweise und die Links, die Sie auf den richtigen Weg führen. Keine primär wissenschaftliche Seite, aber auch Wissenschaftler mischen mit. Allen voran der Neuseeländer Steve O'Shea, gewissermaßen der wahre Mr Architeuthis, der aber (außer seiner früheren Arbeitsstelle, dem NIWA) nichts mit Raymond Holmes gemeinsam hat.

Die wissenschaftliche Nahtstelle für die Online-Cephalopodenwelt ist James Woods Cephbase. Hier finden Sie Informationen, Literatur, Fotos und Videos zu einer großen Anzahl von Arten. http://cephbase.utmb.edu

Zu empfehlen sind auch folgende Adressen:
http://www.tintenfische.info
http://thecephalopodpage.org
http://abdn.ac.uk/eurosquid

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