Wenzels Pilz

Buchumschlag: Wenzels Pilz
Wenzels Pilz
Roman, 368 Seiten
Ammann Verlag, Zürich, 1997
Erwin Strittmatter-Preis
Umweltliteraturpreis
Brandenburg, 1997

Rezensionen

Die WeltRheinischer MerkurTAZFAZ

Die Welt vom 1.3.1997

Bernhard Kegel findet den wilden Pilz

Es ist etwas schiefgegangen in Norwegen. Dabei wollte man doch nur das beste. Denn kaum hatten die Folgen der Industriegesellschaft den nordischen Wäldern den Garaus gemacht, da konstruierte eben diese Gesellschaft säureresistente Bäume. Und wunderbar war die schöne neue Genwelt. Jedenfalls solange bis ein kleiner Pilz mit dem hübschen Namen "Amanita wenzeli" nicht mehr mitspielen wollte, kolossale Formen annahm und Kurt Wenzel, den Genkonstrukteur der industriellen Chromosomen-Panscherei GENTEL und Erfinder des kuriosen Fliegenpilzes, in Bernhard Kegels Gentechnologie-Thriller "Wenzels Pilz" (Ammann, Zürich. 368 S., 42 Mark) Kopfzerbrechen bereitet.

Vor vier Jahren malte der visionäre Krimi des Berliner Biologen Gefahren der Genmanipulation aus. Entspannter liest sich in Zeiten von Klon-Schaf Dolly der nun gestraffte, nenkommentierte Thriller aus der nahen Zukunft nicht. Im Gegenteil, die eher unheimliche als schöne neue Biologie aus dem Genbaukasten scheint sich genau in die von Kegel menetelte Richtung zu entwickeln: Eine Wissenschaft, die beim Versuch, entstandene Löcher im schlingernden Boot der Natur zu stopfen, immer neue Löcher bohrt.

Derlei Kritik wird leicht moralinsauer. Kegel ist dieser Gefahr elegant entgangen. Er tariert Unterhaltung und Information sorgfältig aus, fabuliert sich fulminant durch die von Schokokäfern, der Nördlichen Stadtpalme und anderen Gen-Konstrukten bewohnte rasante Geschichte.

max

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Rheinischer Merkur vom 7.3.1997

Herr der Fliegen
Die Erschaffung einer "zweiten Natur" kollidiert mit der ersten:
Roman über absehbare Folgen neuer Technologien und ihrer Anwendung.

von Ulrich Baron

"Ich kenne diesen Wald von Kindheit an", schimpft der norwegische Regierungsbeamte. "Es mag sich ja vieles verändert haben, aber ich habe noch nie einen Fliegenpilz gesehen, der mir bis zum Knie reicht, geschweige denn Hunderte davon."

O schöne neue Welt, die solche Pilze trägt. Der promovierte Biologe Bernhard Kegel hat sie schon 1993 in der Taschenbuchausgabe seines Romans "Wenzels Pilz" vorweggenommen, der jetzt als überarbeitete Neuausgabe vorliegt. Manches, was damals noch Zukunftsmusik war, gentechnisch veränderte und patentgeschützte Getreidesorten etwa, klingt heute eher nach "Nachrichten aus der Landwirtschaft". Kegel geht darauf im Nachwort ausführlich ein.

Wie in seinem Zeitreiseroman "Das Ölschieferskelett", das ihm 1996 viele Leser und den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar einbrachte, erzählt Kegel eine im Grunde recht einfache Geschichte, in die er jedoch zahlreiche wissenschaftliche Neuerungen und deren Perspektiven geschickt verwoben hat. In naher Zukunft gehört die Gentechnik zu den Schlüsselindustrien. In den Labors des GENTEL-Konzerns gestalten unermüdliche Wissenschaftler die Schöpfung neu. Nachwachsendes Fruchtfleisch, künstliche Schoßtiere (Goldies), bewegliche Pflanzen (moving plants) und Palmen für Stavanger gehören zu ihren Errungenschaften. In gigantischen Assimilatoren entziehen Bakterienkulturen der Atmosphäre Kohlendioxid, um den Treibhauseffekt zu stoppen. Natürlich gibt es auch Anlaufschwierigkeiten. Ein Antirattenvirus hat sich als auch auf Haustiere und Menschen übertragbar erwiesen. Das sollte er eigentlich nicht. Aber dort, wo er freigesetzt wurde, hat man andere Probleme, weil der steigende Meeresspiegel die Ufergebiete überflutet hat. Was, nebenbei gesagt, auch der Grund dafür ist, daß die Bevölkerung der Malediven nach Australien auswandern mußte, wo sie jetzt die Straßen fegt ...

Aus der reichgesättigten Mutterlauge von Kegels Roman kristallisieren sich Gestalten heraus: Titelheld Wenzel, von eher trauriger Gestalt, der für GENTEL ein wenig am Erbgut des guten alten Fliegenpilzes herumoperiert hat. Denn in Skandinavien kommt man mit der Beseitigung der Waldschäden nicht voran. Die neuen Designerbäume wollen in der freien Natur nicht richtig sprießen, sie brauchen einen symbiontischen Pilz, eben jenen Amanita wenzeli, der seine Arbeit auch sehr gut macht, bis eines Tages . . .

Hier kommt der zweite Strang von Kegels Roman ins Spiel, denn es gibt doch immer wieder Menschen, denen die Gentechnik ein Dorn im Auge ist. So gibt es die "Guten Nachrichten", eine Zeitung, die in dieser Beziehung leider am liebsten das Gegenteil verbreitet. Und es gibt die "Liga für Artenschutz" (LAS) unter der Führung eines charismatischen Ökoterroristen. Bei einer Wanderung durchs sonnige Norwegen (die Freisetzung von Palmen steht unmittelbar bevor) stößt ein Pärchen auf einen gespenstischen Wald voller gigantischer Fliegenschwärme, dessen Bäume absterben, während die Fliegenpi1ze das Format von Küchenhockern erreichen. Leider läßt bald darauf ein Waldbrand ausgerechnet dieses Gebiet in Rauch aufgehen, und der Journalist Martin Herzberg kann seine erste Begegnung mit Wenzels scheinbar parasitärem Pilz vorerst nicht richtig publizistisch auswerten.

Bei GENTEL herrscht derweil Krisenstimmung. Pilzbauer Dr. Kurt Wenzel hat bei einem Ortstermin in Norwegen eine denkbar schlechte Figur gemacht und soll jetzt den Teufel wahrhaftig mit Beelzebub austreiben: Jene Fliegenschwärme, die sich dank überreicher Pilzmahlzeiten so erschreckend vermehrt haben, sollen Amanita wenzeli in Schranken verweisen, die der Mensch so bedenkenlos überschritten hat. Doch damit geht der Ärger erst richtig los.

Bernhard Kegel ist kein Hochspannungseklektiker der High-Tech-Welt wie Michael Crichton. Das mindert seine Chancen auf einen Weltbestseller, aber es kommt einem beim Lesen zugute. Da Kegels Gestalten nicht permanent in Todesgefahr schweben, kommen ihre Probleme uns näher. Seine Bücher lesen sich eher entspannend und sind trotz Anleihen bei Science-fiction und Phantastik dicht am Leben entlang geschrieben, dessen Status in "Wenzels Pilz" subtil in Frage gestellt wird: "Goldies und die anderen Haustierneuschöpfungen, hauptsächlich Vögel, Zierfische und Reptilien, waren zwar lebendig, aber irgendwie wenig lebendig als die guten alten Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Goldhamster." Wenn ihre Besitzer das Interesse an ihnen verlieren, verwandeln sie sich rasch in eine Art biologischen Sondermüll.

Nicht die Superviren aus dem Hochsicherheitslabor, sondern der alltägliche moralische Super-GAU ist die Perspektive, die "Wenzels Pilz" eher am Rande aufzeigt. Der skurrile Fliegenforscher Plodsz lehnt deshalb die Schaffung einer "zweiten Natur" kategorisch ab. "Für mich sind Pflanzen- und Tierarten Geschöpfe wie wir Menschen, keine leblosen, anonymen Informationsträger, deren Genome man ausschlachtet wie alte Autowracks, eine Art lebendes Ersatzteillager, in dem man sich bedienen kann, wie es einem beliebt, um aus de Einzelteilen irgendwelche Bastarde zusammenzusetzen, die die Welt noch nicht gesehen hat."

Das stimmt, doch wer wird sich darum kümmern, wenn es eines Tages - wie so oft zuvor - heißt, daß unsere Industrie ohne solche Zukunftstechniken nicht mehr konkurrenzfähig sei?

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Die Tageszeitung vom 18.10.1993

Wenn Freisetzungen zum Alltag gehören

Von Claudia Schulze

Derzeit werden in der Bundesrepublik neue Anträge für Freisetzungsexperimente mit genmanipulierten Pflanzen gestellt. Es werden nicht die letzten sein. Mit dem neuen Gentechnikgesetz wird die Anzahl derartiger Experimente auch bei uns zunehmen. Das Szenario wird dann langsam zur Normalität werden: BetreiberInnen beteuern den Nutzen und die Ungefährlichkeit ihrer Versuche, Kritikerlnnen warnen insbesondere vor den öko1ogischen Gefahren für die Umwelt. Für die Mehrheit der Bevölkerung allerdings handelt es sich bei dieser Diskussion immer noch um einen schwer verständlichen Streit unter ExpertInnen.

Einen unkonventionellen aber spannenden und informativen Weg, die Probleme der Freisetzung genmanipulierter Organismen zu veranschaulichen, hat Bernhard Kegel, studierter Chemiker und Biologe, mit seinem kürzlich erschienenen Roman "Wenzels Pilz" gewählt. Oberflächlich betrachtet ist es ein Science-fiction-Szenario, das wenige Jahrzehnte von uns entfernt liegt. Gentechnik ist in vielen Bereichen des Lebens zur Normalität geworden. Zahlreiche Nahrungsmittel werden gentechnisch hergestellt, nur in sehr teuren Restaurants kann garantiert unmanipuliertes Essen bestellt werden. Unbeabsichtigte Freisetzungen manipulierter Organismen durch größere oder kleinere Produktionsunfälle ereignen sich periodisch und haben erfolgreiches Krisenmanagement der jeweiligen Firma zur Folge, ähnlich wie die heutigen Chemie- oder AKW-Unfälle. Gentechnische Schöpfungen werden zur Bewältigung zahlreicher Umweltprobleme eingesetzt.

Da ist zum Beispiel der leidige saure Regen, der in Norwegen große Waldbestände vernichtet. Mit Hilfe der Gentechnik wird also ein säureresistenter Baum konstruiert, um damit ausgedehnte Gebiete wiederaufzuforsten. Alles verläuft bestens. Aber Nach einigen Jahren, wachsen auch diese Bäume nur noch kümmerlich. Untersuchungen ergeben, daß ihnen ein geeigneter Partnerorganismus fehlt. Die Firma Gentel (Genetik und Intelligenz) betraut ihren Mitarbeiter Dr. Wenzel mit der Lösung des Problems. Dieser konstruiert einen selbstverständlich ebenfalls gentechnischen Pilz, der in den betroffenen Waldgebieten freigesetzt wird. Wenige Jahre später treten auch hier Folgeprobleme auf, und Wenzel muß sich zu seinem großen Leidwesen - sein Forscherehrgeiz strebt eigentlich nach Höherem als dem andauernden Ausbaden von Fehlern - noch einmal mit der Sache befassen. Und wieder der gleiche Lösungsansatz Eine gentechnisch manipulierte Fliege soll die Firma vor weiteren Schadensersatzforderungen retten. Flankiert wird die Geschichte von einem neugierigen Journalisten, der auf einer Urlaubsreise die befallenen Waldgebiete entdeckt, einer Untergrundliga, die sich der militanten Bekämpfung der Gentechnik verschrieben hat, einer UNO-Organisation, die sich um die Kontrolle und Registrierung aller gentechnischen Neuschöpfungen und ihrer Unfälle bemüht, und zahlreichen weiteren AkteurInnen. Wie das alles ausgeht, soll hier nicht verraten werden.

Die Geschichte ist ein wahres Lehrstück über den fast unlösbaren Widerspruch zwischen den eindimensionalen Ursache-Wirkung-Denkschemata der Gentechnik und den komplizierten und so häufig unverstandenen Wechselwirkungen in komplexen Ökosystemen. Wie nah sich das alles an der Wirklichkeit bewegt, mußte der Autor zu seiner eigenen Überraschung feststellen, als er einige seiner Phantasieprodukte bei genauerem Suchen so oder ähnlich bereits in der wissenschaftlichen Literatur wiederfand.

Ein spannendes Buch, dessen leichte Verständlichkeit nicht auf Kosten seiner wissenschaftlichen Fundierung geht. Es veranschaulicht, was bei der derzeitigen Entwicklung bereits m wenigen Jahren auf uns zukommen könnte. Auch Leserlnnen, denen die Themen Gentechnik oder Freisetzungen bisher kompliziert und unverständlich schienen, kann das Buch vorbehaltlos empfohlen werden.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.3.1997

Alle bohren in Wenzel
Bernhard Kegel warnt vor gentechnischen Monstern und Mutationen

Von Gerhard Henschel

Dem Gentechnologen Dr. Kurt Wenzel geht es schlecht. Er ist beruflich nur mäßig erfolgreich, tolpatschig, schüchtern, schreckhaft, unattraktiv, verbittert und der Tücke seines Vorgesetzten ausgeliefert. Wenzels Schöpfung, ein gentechnisch veränderter, freigesetzter Pilz, entwickelt sich durch unvorhergesehenes Riesenwachstum zum Umweltproblem; und Wenzels Schöpfer, der Schriftsteller Bernhard Kegel, quält seine Kreatur mit einer Politik der Nadelstiche. "Die Schneeflocken stachen wie winzige Nadeln in sein Gesicht, und seine Augen tränten." Ein paar Seiten später wird erneut zugestochen: "Mit glühenden Nadeln bohrten sich diese Worte in Wenzels Gehörgang, und er krümmte sich wie unter Schmerzen."

In Wenzel gebohrt wird sowohl mit Worten als auch mit Blicken. So kommt es, daß er schrumpft, weil sich die bohrenden Blicke auf ihn richten, "den kleinen Molekularbiologen, der unter den bohrenden Blicken zusammenzuschrumpfen schien". Auch Frau Uhlich, seine Kollegin, ist bohrenden Blicken ausgesetzt: "Die bohrenden Blicke der anderen erwiderte sie mit einem freundlichen Lächeln." Darin hat sie Übung: "Uhlich hielt den bohrenden Blicken ihres Gegenübers stand", heißt es auf S. 107. Dann tritt eine Bohrpause ein, die erst auf Seite 134 abrupt ihr Ende findet: "Wieder dieser bohrende Blick." Anschließend geht es "mit bohrenden Fragen nach Sinn und Unsinn" weiter. Unterdessen hat Wenzels Versuch, "die Gemüter, so gut es ging, zu beruhigen", ausnahmsweise einen glücklichen Verlauf genommen, denn es "beruhigten sich die Gemüter schnell", wie der Erzähler versichert. Im Nachwort des Autors haben sich dann allerdings noch einmal "die Gemüter erhitzt". Aus seinem harten Ringkampf mit der Sprache ist er als Sieger hervorgegangen: "Ohne aufzublicken, begannen seine Hände auf der Tischplatte nach den Zigaretten zu suchen." Immerhin kann Bernhard Kegel, dessen Wortschatz gering ist, nicht nachgesagt werden, daß er überhaupt nicht gebohrt habe.

Der undankbaren Aufgabe, einen Roman zu lektorieren, in welchem Hände es vermeiden aufzublicken, während ein geflügeltes Wort umstandslos "zum roten Tuch" wird, scheint sich niemand unterzogen zu haben; sonst wäre wohl wenigstens der Hinweis auf die Liebe einer Romanfigur zu dem Schauspieler "James Stuart" unterdrückt worden. Einsam, von allen guten Geistern und Lektoren verlassen, stolpert der Held in einer unwirtlichen, von Stilblüten im Freilandversuch verunstalteten Gegend von Satz zu Satz. Kegels Wenzel ergeht es hier wie dem bedauernswerten, von Woody Allen erdachten Professor Kugelmass, der durch Zauberei in jedes Werk der Weltliteratur gelangen und sich unter das Romanpersonal mischen kann. Nachdem Professor Kugelmass es zunächst mit "Madame Bovary" probiert hat, möchte er, übermütig geworden, in "Portnoys Beschwerden" hinein, wobei es jedoch zu einer folgenschweren Verwechslung kommt: "Er war nämlich nicht in 'Portnoys Beschwerden' gelandet oder überhaupt in einem Roman. Er befand sich in einem alten Lehrbuch, 'Spanisch für alle Fälle', und rannte in einem öden felsigen Gelände um sein Leben, während das Wort 'tener' ('besitzen') - ein großes, haariges unregelmäßiges Verb - auf seinen spindeldürren Beinen ihm nachsetzte." Kurt Wenzel hat das vergleichbar schlimme Pech, sich in einem Roman von Bernhard Kegel zu befinden.

Vor vier Jahren ist "Wenzels Pilz" zum ersten Mal erschienen; jetzt hat Kegel eine überarbeitete Fassung des Romans vorgelegt, der irgendwann im kommenden Jahrtausend spielt und als Science-fictionThriller gleichermaßen fesseln und aufrütteln soll: Vor genetisch manipulierten Pflanzen und den skrupellosen Ingenieuren "der blühenden biotechnischen Industrie" wird gewarnt. Skeptisch blickt der Autor in die Zukunft und denkt sich die "spektakulären Überschriften" der Boulevardpresse von übermorgen aus. Subjekt, Prädikat, Objekt: "Haushoher Fliegenschwarm verbreitete Angst und Schrecken!" Und: "Riesiges Fliegenschwarmmonster versetzt ganze Stadt in Panik" - unwahrscheinlich, daß kommende Katastrophen derart altfränkisch behäbige Schlagzeilen machen werden, die schon heute hoffnungslos von gestern sind. "Ein Buch, das Aussagen über die Zukunft macht, muß sich an ebendieser messen lassen", heißt es im Nachwort. Wo er nicht gerade von grauenhaften Mutationen oder von "Hochleistungsalgen" aus dem futuristischen Genlabor handelt, sondern vom Alltag, wirkt der Roman bereits an der Gegenwart gemessen überholt. In Bernhard Kegels blühender Phantasie können auch im nächsten Jahrtausend noch "Telefonhörer auf die Gabel" geknallt werden. Es muß sich um eine Parallelwelt handeln, in der man vom Telefongabelsterben noch nichts läuten gehört hat.

Mit seiner umständlich und unbeholfen erzählten Geschichte hat Bernhard Kegel auch den Kritikern der Gentechnologie, mit denen er es gut meint, keinen Gefallen getan. Wer Langeweile verbreitet, erwirbt sich keine Sympathie. Der technische Fortschritt birgt Gefahren und wird außer Kontrolle geraten, wenn seine Geschwindigkeit weiterhin zunimmt (auch wenn dabei nicht einmal die Telefone geringfügig modernisiert werden) - das ist die Botschaft. Die Zukunft wird Übles bringen. Wehe! Nur ein einziges Mal blitzt etwas auf, das verlockend utopisch wirkt. "Stört es Sie, wenn ich das Radio anmache?" fragt ein Taxifahrer. So etwas kann sich nur in der besten aller möglichen Welten zutragen.

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